Montag, 30. Juli 2007

Tu was rein.
























Was vergessen werden musste – draußen.
Vermodert mit dem Biomüll.
Was bleiben sollte - draußen.
Versteckt zwischen Perlen.

Was jetzt drin ist?
Dies und das.
Zu wenig.
Zu viel.

Film schmeiß ich rein,
Buch schmeiß ich rein,
Musi schmeiß ich rein,
Kippen schmeiß ich rein, manchmal,
Wein gieß ich drauf.

Zu wenig.
Zu viel.

Samstag, 28. Juli 2007

angemerkt.

Es gibt schöne und nicht so schöne Kosenamen. "Schönes Fleischland" gehört meiner Ansicht nach zu den nicht so schönen Kosenamen.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Noch 5 mal schlafen.

Paris-Berlin-NewFireCastle. Denn ab anne Ostsee! (Spätestens ab 3. August.)
35 Tage stehen zur freien Verfügung. Nur zwei davon sind geplant. Wer also spielen möcht, sagt bescheid!
In glühender Hoffnung auf Wiedersehung aller,
Eure Erntge.

Montag, 23. Juli 2007

Neulich in der Welt.

Endlich weiß ich, welcher Randgruppe ich angehöre. Die eine der beiden meinungsbildendsten Zeitungen Frankreichs hat’s deutlich gemacht: ich gehör also zu denen, die die Ostmänner im Stich lassen und deswegen verantwortlich sind für den höheren Nazi-Anteil im Osten. Ahso!

Seit dem Mauerfall verlassen Frauen massiv den Osten; in einigen Gebieten fehlen inzwischen ganze 15% zwischen 25 und 30 Jahren. Welche ungeahnten Konsequenzen für 100 Thüringer Männer, die sich neuerdings um 82 gebliebene Frauen kloppen müssen! Das tut bestimmt weh und macht vor allem ein schlechtes Gewissen!
Wenn sich die Männer nicht kloppen, werden sie nämlich auch noch Nazis aus lauter Verzweiflung. Das Institut für Demografie in Berlin möchte herausgefunden haben, dass rechtsextreme Bewegungen vor allem dort entstehen, wo es an Frauen mangelt.

Puh! Wie verhalt ich mich jetzt nur?

(nachlesen in: Le Monde, 20/07/2007: « Plus dynamiques, les jeunes femmes désertent l’est de l’Allemagne, où l’espoir fait défaut »)

Sonntag, 22. Juli 2007

„Art Brut... Top of the Pops.“

Das waren also die vieilles charrues. DAS Festival in der Bretagne. Da wo man am Bahnhof mit Musi aus Lautsprechern empfangen wird. Wo vor enormen Bühnen Generationen feiern. Wo die Erfahrenen in Gummistiefeln tanzen. Wo Kiddies im Schlamm schlafen. Wo man vor längst vergessene Probleme gestellt wird: z.B. wenn nachts, umgeben von tausenden von Zelten, die Frage dringlich wird: welches war meins?

Die vieilles charrues also, wo man Tanzbeinpflege betreibt zu The Arcade Fire (yeah!) und Donovan Frankenreiter (wow!). Wo die bittere (nach dem Konzert gar nicht mehr sooo bittere) Wahrheit zu Tage tritt: Peter ist schon verheiratet. Wo man sich fragt, ob man inzwischen alt ist, weil das Gegröle der bekifften Hoschis im Zeltverbund nebenan sooooooooo nervt. Wo man über sich selber staunt, wie lange man einen Dixieklobesuch hinauszögern kann.

Wo man ein bisschen wehmütig an Fusion und Immergut denkt. („Ihr seid’s wohl net aus Neustrelitz?“) - Gelohnt hat es sich doch aber trotzdem, allein wegen: „Art Brut... Top of the Pops!“ … n’est-ce pas, Hervé?

Donnerstag, 19. Juli 2007

Überall Schablonen.

C’était sur une terrasse près du château. Sur la table il y avait trois verres et du tabac. Vers minuit Vicente a dit: « Tout est généralisé. Tu ne peux même pas construire une seule phrase sans généraliser. » Jens a dit: « C’est vrai. Il faut une abstraction d’abord pour commencer une réflexion. » Moi j’ai réfléchit. Et j’ai dit: « Mais… vous avez raison ! »

Mittwoch, 18. Juli 2007

Je trouve/J’ai trouvé (omni).

Mehr Strand, weniger Regenjacke.
Mehr tanzen, weniger saufen.
Mehr Handstände im Wasser, weniger Sand zwischen den Zehen.
Öfter Briefe schreiben. Aber auch weniger Müll produzieren.
Mehr draußen schlafen, weniger drinnen grübeln.
Mehr Faxen im Allgemeinen.
Mehr Faxen im Speziellen.
... und Donnerkeile für alle!

17/07/2007

taG sonnE! kopF aua. waR heut nicht was wichtigeS? musS dringend den wc-duftschaumsteiN wechseln. sachmA spiegeL, bin ich wirklich keine kuH? impekkablE zähnE, hatte der zahnarzT gesagt. turnschuH jetze. draußeN. eS lärmt. autoS, bussE, omiS im weG. besseR musI auf die ohreN. 5 gemüsE am taG soll ich essen, sagt tv. halB 12. klingklonG kirchturmgeglocK. nA jungS, auf euch ist verlasS. hausbootE alle noch da. was noch mal der unterschieD zwischen teicH- und seeroseN? gibS auch flussroseN? weiteR. acH geht schon schwer so früh. brückE. wenigstenS vögleiN. wolkeN. biS da hinten schaff ich. tacH hunD! transpiri und transpira. nU reicht, zurück. dehnendannduscheN. frühstücK! vollmilcH. scheiß rosineN immer im müslI. earL greY und dann schön an rechneR! rechnE rechnE. hmhM. sosO. ahA. ahjA. reichT. „mitternachtskindeR“ mit aufs fahrraD. botanischeR garteN. einE banK, eine sonnE. wiesO schreien sich kindeR beim spieleN immer so an? diE hams gut. einE uhrzeiT. auF dem fahrraD bis zur fnaC. menscheN sehen! verabredeT, per zufalL. kaffeE! grinS. herrlicH. matthieU kommt mit. apérO, klaro. zuM schlosS? kebaB vorher ziehen. trompetekontrabassquerflötE gibs gratis. nocH ein glaS danach? mehR menscheN. spaniscH. jameS mit kurzen haareN und ohne barT? schnatteri und schnattera. heuT flutschtit ja. blablA. arbeiteN müsst ihr morgen! nA denn! schüsssS. daS gute fahrraD. ampeL! glückwunscH, schlüsseL passt. bloG schreim noch? naguT, ganz kurz. fasT 2 jetz. dA kann man auch schon wieder ins betT.

Samstag, 14. Juli 2007

Was müssen das für Bäume sein?

Nantes hat ein neues Lieblingshaustier! Im Rahmen des Estuaire-Festivals (Kunst Kunst Kunst, an den Ufern der Loire, von hier bis Saint-Nazaire.) stapft also nun dieser Koloss von Elefant über die Ile de Nantes. Wahnsinn. 12 Meter ist er hoch und wer ihn zum ersten Mal sieht, dem bleibt erstmal die Spucke weg. Denn er bewegt sich wie ein echter. Allein der Rüssel! Unzählige kleine mechanisch steuerbare Glieder machen die Illusion perfekt. Herzallerliebst plinkert er mit seinen Augen, selbst Wasser spritzt er über die Nantaiser, die sich ab heute auch darüber freuen, denn endlich scheint er hier zu sein, der Sommer.
Pünktlich zum Nationalfeiertag. Wie fein!

Freitag, 13. Juli 2007

Nach Zürich. (hinterher.)

Kawomm. Immer passiert viel. In Zürich auch. Schönes vor allem.
Ganz toll hab ich gewohnt, noch besser hab ich gegessen, dann kam ich mir 3 bis 7 mal äußerst dekandent vor. Zum Beispiel als wir in diesem schnieken Café vom Berg aus Kaffee schlürften gegen den grünen Zürichsee, der sehr befreundet scheint mit dem hiesigen Azur des Himmels und dem angedeuteten Dunkel der Berge. Oder auch beim Hinblick auf dieses nichtendenwollende grandiose Feuerwerk von der Terrasse des Botanischen Gartens aus.

Ich hab Irina Palm fotografiert, als sie es nicht bemerkt hat. Ich dagegen hab sehr wohl bemerkt, wie gern ich fremden Küchen sitze. Morgens.

Mit Sigur Ros auf den Ohren ging es durchs Kunsthaus. Dort gab es zum Beispiel Wurstmodenschauen (Peter Fischli, David Weiss: Fragen & Blumen) und endlich weiß ich, dass sich die gemeinen Gegensätze "blöd" und "lustig" ähnlicher sind, als ich bisher angenommen habe.

35 Minuten habe ich vor einem Galerieschaufenster zugebracht, wo es ein Video über einen kartonsammelnden Penner gab. In Zürich selbst tragen die Punks schnittige Outdoorjacken (Fleece). Den Hanfburli hab ich getroffen im Bus. Der hatte keine Zähne aber einen schönstinkenden Hund und der möchte sich gern politisch engagieren (der Hanfburli, nicht der Hund) und als erstes die Arbeitslosigkeit in Zürich bekämpfen. Da musst ich kurz lachen. (2,8% isse hoch. tief.)

Im Cabaret Voltaire habe ich eine Zichte geraucht, obwohl es erst nachmittags war. Dada is wohl aber tot, denk ich. Ich hab mich auch so Dinge gefragt, zum Beispiel, wer nachts die Straßen in Zürich ableckt und ob ersiees aus Patriotismus macht. Und wie schnell gewöhnt mensch sich eigentlich an Luxus? Wassermassen hab ich stürzen sehen und jede Nacht ganz toll geträumt. Die Kompostmoderne hab ich entdeckt und mir schönste Kinkerlitzchen im Brockenhaus gekauft. In der Roten Fabrik hamse fast alle gekifft, aber ich aß Schokoladentorte und blätterte im Max Ernst Bildband.

Motorrad bin ich leider nicht gefahren, aber dafür hab ich mir die Mendelschen Gesetze nochmal erklären lassen und war schön bei den Klonmäusen in der ETH (volle Kanne mit Overall und Gummihandschuhe und Gasmaske und allem pipapo.) Nicki hat aber keine auseinandergebaut. Im Fachbuch für Biochemie wird übrigens auf Seite 666 die Luciferase erklärt. Die hab ich aber echt nicht verstanden... jaja, Parallelwelten Anne!

Es war toll! Züricher Regen geht ganz anders als Nantaiser Regen. Bin ich eine Regentouristin? Auf jeden Fall bin ich jetzt Fotografin auch. 2 Filme hab ich verknipst mit der Lomo. Find ich einen Scanner, gibs die hier bald zu sehen. Na denn!

Donnerstag, 5. Juli 2007

bezüglich

Fink: Sonne nicht gesehn.
Kleingeldprinzessin: Früh am Morgen, örtlich Regen.
Lassie Singers: Regen.
Die Toten Hosen: Regen.
Element of Crime: Es regnet.
Eurythmics: Here comes the rain again.
Tina Turner: I can't stand the rain.
Phil Collins: I wish it would rain down.
Freundeskreis: Anna. (Immer wenn es regnet.)
Tom Waits: Rain dogs.
Prince: Purple Rain.
Hal David: Raindrops are falling on my head.
Tindersticks: Raindrops.
Creedence Clearwater Revival: Who'll stop the rain.
Madonna: Rain.
Tracy Chapman: Let it rain.
Thom Yorke: And it rained all night.
Tom Waits: More than rain.

Mittwoch, 4. Juli 2007

Nach Zürich! Preparation.

“Dada ist die Weltseele, Dada ist der Clou, Dada ist die beste Lilienmilch-seife der Welt. (…) Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Alle Worte haben andere erfunden. Ich will meinen eigenen Unfug, und Vokale und Konsonanten dazu, die ihm entsprechen. Wenn eine Schwingung sieben Ellen lang ist, will ich füglich Worte dazu, die sieben Ellen lang sind. Die Worte des Herrn Schulze haben nur zwei ein halb Zentimeter.”
(Hugo Ball, Eröffnungs-Manifest, 1. Dada-Abend, Zürich, 14. Juli 1916)

Und weil der gute Herr Ball es nicht nur beim Wollen belassen hat (ein Glück!), fahr ich nun nach Zürich. Und ich belass es auch nicht nur beim 'ins Cabaret Voltaire gehen wollen', sondern geh da wirklich hin. Dahin nämlich, wo einst Tzara und all die Verrückten die größte Kunstrevolution der Welt angezettelt haben. Und zu Anne. Endlich.

Dienstag, 3. Juli 2007

nu is gut.

plitsche platsche regentropfen
wie sie auf die dächer klopfen
waschen alles blitzeblank
lieber regen, vielen dank
hast es wirklich gut gemeint
mach nun dass die sonne scheint.

(Reinhard Lakomy, Traumzauberbaum.)