Donnerstag, 29. November 2007

And wider goes it.

Ein neues Projekt! Juchu! Denn Nantes besitzt noch ein weiteres Superkino, den Cinématographe nämlich. Ein echt schönes Kino mit grandiosen Steinwänden und den bequemsten roten Sesseln der Welt und Kaffeeausschank bei Filmrollenwechsel. Und exquisiter Programmation natürlich. In der nächsten Woche startet dort in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Histoire de Travail ein dreiteiliger Zyklus zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland. Die Dokumentarfilme Der Hamburger Aufstand 1923, Wir Wunderkinder und Neue Wut werden gezeigt, wobei wir letzteren übersetzen und untertiteln werden. Yeah!
Es ist ein Film von Martin Keßler, der die Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV 2004/2005 dokumentarisch begleitet. Der Keßler ist bestimmt auch deswegen interessant, weil Ihr vielleicht alle in seinem neuen Film zu sehen seid: Das war der Gipfel (2007).
Na denn, Augen auf!

Montag, 26. November 2007

... aber das Danach.

Fenchelkuchen, Kekstorte und Fässer zuckrigen Portos. Karten, Musike, und noch ’n Geschenk. Tabak, noch mehr Tabak und Kerzen. Flaschengeister, Rotweinflecken und was 'ne Riesensauerei am nächsten Morgen. Und selbst mit dem „Believe in God-Instant Spray“ bleibt am Ende die Frage, wer gewinnt. Gegen die Kopfschmerzen. Immer noch find ich ihn wahr und gut, den Spruch „Übertreibs doch mal wieder!“ – doch so eine Leber, die fordert auch ihren Tribut. Sollt man nich vergessen.

Dienstag, 20. November 2007

Mittwoch, 14. November 2007

Siebte und Schluss.

Geschafft! Fertig. Aus. Vorbei. Finito. Und nu? Was fängt mensch an mit Freizeit? Vielleicht erstmal Schadensbegrenzung in den eigenen 4, nee 11 Wänden betreiben. Der Küchenschrank ist nämlich vor Tagen schon auseinandergefallen und ich kann meine Eingangstür nicht mehr zuschließen. Un-an-ge-nehm. Ha! das mach ich jetz! Das nehm ich in Angriff! Und Fahrrad aufpumpen, yeah! Wäsche waschen! Na denn bis demnext.

Hier nochmal eine Retro vom Festival,
Das Beste vom Feste sozusagen.















Dienstag, 13. November 2007

Die kreplige Sechste.

... wie gesagt, ein Schnitzer darf. Die Untertitel kamen zwar rechtzeitig, dank den bénévoles (sowas geht auch echt nur in Frankreich...) doch irgendein Dödel hatte vergessen, den PC mit Strom zu verstöpseln. Das war ich. Kack! Das Publikum war jedoch milde und diskutierte trotz technischer Panne nach dem Film. Und so solls sein. Und dann gings krepieren in der Ker Breizh, der tollsten Crêperie Nantes, und zwar mit Bernd Günter Nahm (Filmförderung Hamburg/Schleswig Holstein) und dem Regisseur Florian Aigner. Ersterer ist jetzt mein Kumpel, weil er mir a) ne Supertasche versprochen hat und b) mit trunkenem Kennerauge meinte, ich solle doch ma n Film spielen. Yeah! Zweiter verfasste oben stehenden Sinnspruch.
Die Studis streiken immer noch, weswegen ich morgen den ganzen Tag unsere Abschlusspräsentation basteln darf.

Montag, 12. November 2007

Sechste auf Kippe.

Und doch kricht man viereckige Augen vom immer nur auf Leinwände starren! Ganz genau beobachtet hab ich das nach dem Aufstehen im Spiegel. Und dann klingelte das Telefon.
Es wär ja auch kein richtiges Festival, wenn nicht wenigstens eine Sache gründlich schief gehen würde. Eine Filmkopie wurde ohne Untertitel geliefert und die Hälfte der Zuschauer verließ bei der ersten Vorstellung aufgrund akuter Verständnislosigkeit den Saal. Bleiben uns jetzt fünf Stunden, die Untertitel aufzutreiben und punkt 18 Uhr 20 auf die Leinwand zu schmeißen für die zweite Vorstellung dieses Films. Wenn es nur nich das Steckenpferd des Gasts wär, der unser Festival danach evaluiert!
Ja dann!

Sonntag, 11. November 2007

Die Vierte... alles flimmert.

Heute habe ich beinahe den ganzen Tag im Kino verbracht. Und das mach ich morgen garantiert nich wieder. (...sag ich jetz.)
Nur eins: gönnt Euch "Schwarze Schafe", wenn Ihr mal auf den stoßt. 2006 von Oliver Rihs. RASANT! Kontraste, Schnitte, Story. Toll! Jeder mit Herz für Randgruppen hat hier seinen Spaß. Meine Lieblinge sind die Satanisten im Film. Na und der Irre, der seine Hand ins Krankenhaus fährt. Na und Milans "Schaaaaaloddde!" quer über den Kanal. Der Trunkenbold, ey. Ansonsten auch große Begeisterung für "Next Generation 2007", ein Querschnitt der besten Kurzfilme deutscher Filmhochschulen. Der Wecker für morgen ist jedenfalls schon gestellt.

Samstag, 10. November 2007

Die Dritte.

Vons Radio direkt auf unsere Showbühne!
(...war Rudi Carell jetzt eigentlich tot oder nicht?)
Na jedenfalls.

Einer, der Nick Cave persönlich kennt und mit den Einstürzenden Neubauten abgehangen hat und dann auch noch eine Liebeserklärung an Berlin in schwarz-weiß und auch noch mit Musike obendrauf in BetaSP packt... der lockt natürlich Leute an.
Danke Uli! Tolles Interview, tolle Diskussion, tolle Sauferei après und sogar in L.U. sind wir noch spaziert. Danke vor allem auch für diese essentielle wie profunde Lebensweisheit (O-Ton): "Wenn ich einer Frau beispielsweise eine Liebeserklärung mache, dann sag ich ihr auch nich, wie sie aus dem Mund riecht." Ham das alle Männers mitgekricht.

Freitag, 9. November 2007

Mit Uli im Radio.

Haha! Ein Kommen und Gehen der ganz Großen hier in Nantes. Wieso sind die denn alle so irre sympathisch?
Hört Euch das ganz taufrische hier klickbare Interview mit Uli an, der über Samen, Die Neubauten, Nick Cave und natürlich seinen Film BerlinSong spricht. (Ich bin übrigens die, die ihn ständig siezen will und hie und da ins Mikro schnottert.) Keine Angst, das Interview ist auf deutsch und ich heiß nicht Anke. Aufgenommen übrigens bei Euradio Nantes.
Jetzt noch einen Kaffee und ab. AUFREGEND!

Klappe die Zweite.

Wie passt denn bitteschön so viel Wunderbarität in einen einzigen Mann?
Der Milan. Kam, war, erhellte das kleine Nantes und mein Gemüt.
(Und nich nur meins eigentlich...) Umgarnt vom Fanclub gings während der Filmvorführung rüber in die Cigale, "die beste Brasserie Frankreichs", wie es immer so schön in den Reiseführern heißt. (Eine Seite weiter wird dann meist André Breton zitiert, der meinte, Surrealität könntste nur in Paris leben, na und höchstens noch in Nantes.)
Oh man, der Milan! Die Cigale gibt sich als exquisitester Schuppen Nantes, da machen die dir auch live Tartar am Tisch, schön eklig rohes Fleisch und rohes Ei und alle klatschen verzückt in die Hände. Uns servierten die Hochglanzkellnerinnen aber Austern (eieiei, ganz komisch, das) und Fischfilet und schön crème brûlée, die wir im Amélie Poulain-Wettstreit mit den viel zu großen Löffeln bekloppten. Yeah!
Der Milan! Ganz greifbar und offen und lustig. Selten gab es einen steileren Hahn im Korb. Für alle hatte er ein Ohr und interessierte sich. Umwerfend! Seufz... Zurück ins Kino zur Diskussion und danach ab einen picheln. Schön geschüttelt hat er sich bei dem französischen Bier und ganz schnell Heiniken bestellt. Was Besseres an Bier wird hier leider nicht geboten. Das war schon immer so. Wie ich mich freu, endlich Schwarze Schafe und vor allem LENZ auf der großen Leinwand zu sehen. Achja. Festival fetzt.

Donnerstag, 8. November 2007

Warum ich heute frei hab.

Heute morgen kam die offizielle mail vom Chef: die Uni ist verammelt, Kurse dürfen aus Sicherheitsgründen nicht "wild" gegeben werden, die letzte Streikaktion kostete sie 130.000 Euro, verständlich, dass sie innen ihre Lehrsäle abschließt. Neu ist (hallo M. Sarkozy!), dass sofort die Staatsgewalt eingreift, gestern abend wurden Streikende durch das CRS verhaftet.
Und warum das Ganze?
Die Studenten mobilisieren sich gegen das LRU, la loi relative aux libertés et responsabilités des universités. Dagegen, dass sich die Wirtschaft in die Bildung mogelt und so nur noch ausgebildet wird, wer gebraucht wird, wer rentabel ist. Dagegen, dass die Besten sofort rausgepickt und auf Leistung dressiert werden, dass Selektion direkt an der teilprivatisierten Eingangstür passiert. Dagegen, dass ein allmächiger Universitätspräsident sich sein Personal selbst auswählt und alles tut, um sich gegen seine Konkurrenten (die allmächtigen Präsidenten der anderen Universitäten) zu behaupten.
Die Folgen sind abzusehen: höhere Einschreibungsgebühren, Ungleichheit unter den Unis, unrentable Studiengänge fallen hinten weg. Die Uni als öffentlicher, jedem frei zugänglicher Ort verschwindet.
Jemand hat ausgerechnet, dass es nun durchaus bis Ende November Streiks geben könnte. Können ja dann alle zu unserem Kinofestival kommen!

Klappe die Erste.

Boah, der erste Teil ist also geschafft. So sehr einem auch immer davor die Knie schlottern, umso besser flutscht doch der Schnaps danach. Zunächst galt es also für den BerlinSong die Untertitel zu zähmen. Eingefangen in einer Powerpointpräsentation sollten sie zum richtigen Zeitpunkt auf der Leinwand tanzen. Was sie taten. Manchmal zwar bisschen freestylesk, doch ein wenig Freiheit sei ihnen gewährt, ham ja sonst nicht viel zu lachen, so Untertitel. Und dann hurtig Baguette ziehen und auch schon wieder ab auf die Bühne. Für die große Eröffnungspräsentation. Puh, was ein Anblick so ein voller Kinosaal! Wir waren zum Glück zu dritt und schlugen uns wacker (zwei Prellungen, ein Bluterguss). Und dann gabs eigentlich auch schon den Eröffnungsfilm, "Jagdhunde" von Anne-Katrin Reyels und Marek Helsner. Marek war da und toll, nur geschlafen hatte der Gute nicht und auch noch ne Gastro. Und sympathisch isser aber trotzdem. Und dann passiert ja noch mehr in der Welt als unser Kinofestival. Die Studis streiken zum Beispiel mal wieder. Weswegen ich morgen ausschlafen darf. Dank! Ja schlafen! Und träumen. Morgen kommt er nämlich endlich, der Milan. Mauz.

Freitag, 2. November 2007

oder:

...man macht mal Pause. Einen Herbstspaziergang am Fluss zum Beispiel. Da tun einem zwar erst die Augen weh von, so dominant ist das dritte D, aber dann wirds sehr schön. Ist auch allerhand los. Auf der Parkbank sitzen Peter Hacks und Monika Herz und studieren ein Triangelsolo für "Der Herbst steht auf der Leiter" ein, Jean-Saul Partre schnorrt wie immer Edle Tropfen (hat Monika immer bei) und zerbelt auch heute einen bedeutungsschwangeren Satz aus dem Ärmel, den er gern zusammen mit seinem unverwechselbaren divergierenden Strabismus lautstark vom Stapel lässt:

"Les feuilles ont mis leurs plus belle robe pour mourir."
"Das Laub zieht sich sein schönstes Kleid an, um zu sterben."

-- noch 4 Tage bis zum Festival --
-- oder liegts an den Futuristen? --

Ob mich die taz einmal das wetter schreim ließe?