Sonntag, 30. September 2007

StrgZ ist schuld.

Schlimm genug, dass es eine Milliarde Möglichkeiten gibt. Einem wird ja regelrecht schwindlig. Schwarz oder Weiß, Wein oder Bier, zu dir oder zu mir, gehen oder stehen. Und wenn gehen, in welche Richtung? Minütlich stehen Entscheidungen an. Was will ich. Was wollen die anderen.

Wären wir Computer, wäre das Dilemma benennbar. Es ist die Funktion der Strg-Taste. (Echt!) Auf englischen Tastaturen ist das ctrl, für control nämlich. Dank ihrer ist die gleichzeitige Steuerung mehrerer Programme und Kombination möglich. Hat man sich erst für einen Plan entschieden, ist gegen kontrollierte Effizienz ja nix einzuwenden! Und StrgA bis V sind ja auch ein bisschen wie Vitamine. Aber das Z. StrgZ kann ich nicht leiden.

Nämlich! StrgA bis V schicken sinnvolle Informationen ans Rechnerhirn, das dadurch Zeit und Aufwand einspart. StrgZ dagegen, die alte Sau, übermittelt: „Ach nee, doch nicht. War Käse.“ Außerhalb der Computerwelt heißt das: doch egal, welche Entscheidung getroffen wird, am Ende kann man sie immer zurücknehmen. Und das endet dann in: „Hab ich nicht so gemeint.“ oder „Nee, da war ich betrunken“ oder (the schlimmst:) „Ich komm doch nicht heute abend, tut mir leid.“

Dieses Wischiwaschi wird uns am Ende alle zu Grunde richten! Versetzt werden stinkt mir heute und ich möchte Authentizität und dass Leute zu ihren Entscheidungen stehen. Und jetzt kommt mir nicht mit Leben und Dynamik und dass Dinge dazwischenkommen. Weiß ich ja selbst. Hab ja auch schon versetzt. Aber!

Mittwoch, 26. September 2007

input input input.

... und plötzlich gibt es wieder einen Wecker in meinem Leben. Und der macht Sachen! Rabatzen und mir laut ins Ohr krrrringedinken zum Beispiel. Zu unmöglichen Zeiten. Und wusstet Ihr, dass vor 8 gar keine Sonne scheint draußen? Stockfinster! Und was da alles abgeht. Gewusel, Klimbim, Schnatteri und Schnattera. Alle im Stress. (Das war mir so nicht klar. Oder hatt ich’s vergessen? Verdrängt?)
Ich beginn sie also wieder, meine steilen morgendlichen Fahrraddesaster auf den „wilden“ Straßen Nantes, steh dann verärgert aber wach vor Studenten, die zunächst alle diesen gleichen Blick drauf haben: beide Augen zusammengekniffen, Augenbrauen hoch (adavanced: einseitig), Oberlippe hochgezogen fakultativ. Die verstehen kein Wort!

Geduld. Die hab ich noch um 8 Uhr morgens. Um 8 Uhr 40... sollte man aber die Kurve gekricht haben, sonst Katastrophenkurs! Mittags dann Katastrophenmensa und mindestens eine weitere Katastrophe nach Wahl. Zum Beispiel ein Stundenplanchaos wie heute: hin und her, flitzeflatz, Treppen rauf Treppen ab - und immer die meutenden Erstsemestler im Genick (warum gibs eigentlich Mädchens mit blondiertem Seitenscheitel nur mit quängeldängel Piepsstimme?), und dann machen wir alles neu, dass sich doch wer drüber freu und der Drucker ist ein Anarchist. Lächeln!

Und heimlich habe ich heute einen „FrechForsch-Nichtmitmir-Orden“ verteilt. Aber inne Schwimmhalle schaff ich’s nicht mehr... PUH, morgen is ja schon wieder Wecker!

Sonntag, 23. September 2007

Essen und trinken.

Für alle mit Tendenz zum Vergessen. Manche Menschen tendieren ja dazu. (Obwohl sie mindestens einen Tonträger mit entsprechendem Warnhinweis besitzen.) Essen: Extralange Spinatnudeln. Mit Supersoße. Supersoße? Jawoll. Anbraten in der Pfanne: Zwiebel, Porree, Champignons, Tomaten. Und denn! (Geheimnis:) Roquefort drauf. Aber nicht übertreiben. Und Crème fraiche drauf. Salz und Pfeffer nicht vergessen.
Trinken: 1 Flasche Montepulciano d’Abruzzo und/oder 1 Flasche Vin de Pays de la Principauté d’Orange (Les Petites Récoltes/ Nicolas).

Achso, ich kann jetzt übrigens kochen, hab ich beschlossen.
Es muss ja nicht immer Kniegöbeln sein.

Donnerstag, 20. September 2007

Vom Sinn und Unsinn...

des Wortes „verabschieden“.

Wieso geht es, dass UMP und neues Zentrum in Frankreich das verschärfte Zuwanderungsgesetz verabschieden, wenn gleichzeitig Sozialisten, Kommunisten und Grüne sich am liebsten von diesem verabschieden möchten? Trennen wird man sich nun jedenfalls in Frankreich von Einwanderern, die etwa ohne Kohle und akzeptable Gene ins Land kommen möchten. Aufgeben werden einige Menschen nun die Idee der Familienzusammenführung in Frankreich; denn Gentest hin und her... eine Familienstruktur lässt sich heutzutage nicht mehr nur biologisch definieren.

Sich französisch empfehlen das heißt übrigens auch sich verabschieden. Umgangssprachlich bedeutet es: sich heimlich aus einer Gesellschaft mogeln, ohne sich zu verabschieden. Ich find ja, französisch und empfehlen beißen sich aktuell, doch lohnt wie immer ein zweiter Blick: heimlich, mogeln ... Zeit sich zu verabschieden. Tschüß!

Dienstag, 18. September 2007

Was man verspricht.

Auf Wunsch eines einzelnen Herren hier also der versprochene Limerick. (Ob das Y nun ein Vokal ist oder nicht, das sei mal so dahingestellt.)

Es trug eine zierliche Nymphe
im Hochsommer wollene Strympfe.
Und klagte ganz leise:
"Mein Mann hat 'ne Meise,
ohne Strympfe krieg ich Schympfe!"

Samstag, 15. September 2007

Was isses?

Das ist seit heute mittag meins. Ich habe es Dietmar genannt. Ich habe es in einem regulären Geschäft gekauft. Für 8,95€. Ich liebe es bereits. Es macht süchtig. Es wird mein Leben nachhaltig, also für immer verändern.
Wer rauskricht wasses is, bekommt von mir einen Limerick mit Vokal nach Wahl. Ausgeschlossen sind alle, die heute morgen beim Kauf dabei waren.

Freitag, 14. September 2007

Peschel, komm!

Den Uni-Alltag habe ich inzwischen schon mal angetaucht und mich euphorisiert am Rentrée-Réunion-Wahnsinn. Für alles gibs jetzt Réunions. Eine Drillion für die Uni, eine Million für unser Kinofestival. Da rollt so ein Laster auf mich zu. Fünftonner. (Mindestens.) Und da steht fett „Arbeit“ drauf. Ich steh an der Straße und halt den Daumen raus. Umso mehr seit ich hoffen darf, dass Milan kommt. Wenn das mal nicht unser derzeit angesagtester deutscher Schauspieler ist! Netto, AlleAlle, Schwarze Schafe, Lenz. Ein Abendessen mit Milan, da gäb ich was für. Für zwei noch mehr. Drückt alle Daumen, dass die Volksbühne ihn freigibt im November.

Sonntag, 9. September 2007

Rentrée.

Franzosen brauchen eigentlich kein Silvester. Das neue Jahr beginnt hier im September. Braungebrannt und erholt zieht es die einen zurück in die Städte; aber auch die zurückgebliebenen Kalkleisten kriechen nun aus ihren Löchern. Die Stadt trubelt. Und grinst auch die frisch angereisten Sportsfreunde willkommen, die hier grad ihr Rugbyglück plus Pokal suchen.
Ich? Hab noch eine Woche Aufschub bekommen für den Unistart, unterbreche also Kursvorbereitung und Untertitel für ein entspanntes Wochenende mit meiner Lieblingspariserin, mit der diskutiert wird über Liebe, Gewalt, Internetromane und die Berg- und Talibahn.
Und vom Nachbarn quillt wieder französischer Schlager. Wie auch nächsten Sonntag. Und übernächsten.
(Das Hiersein kommt zu mir.)

Dienstag, 4. September 2007

an- und klarkomm.

Zurück also. Die Taschen voller schöner Erinnerungen.
Ich drück mich noch vorm Auspacken.

I know I had yesterday
still can't believe that it's true.
(Motorpsycho, Hyena.)