Montag, 28. April 2008

Mecklenburg ist anders.

Ich kenne kein anderes Bundesland, in dem ich so schön angeschnauzt werde, wenn ich die Kassiererin freundlich darauf hinweise, dass sie mich soeben mit dem Wechselgeld beschissen hat. Nirgends sonst würde ich eine Fahrradtour bei 5 Grad Celsius machen. Mit Lagerfeuer anbei. Nur hier gibs meine Älteren in echt und das Neffengetier zum Angucken und Fußballspielen. (Der Indianer stammt übrigens vom Löwen ab, hat er mir neulich fachmännisch erklärt, wegen der spitzen Zähne natürlich, da wurden ja denn die Pfeile draus. Ja, is klar.) In Mecklenburg wohnen Fotografiker, die man treffen kann, um eine Ausstellung nach Frankreich zu holen. Und wird glatt selbst fotografiert dabei. Ich weiß nicht, ob irgendwo anders mehr gemeckert wird, als hier. Und in Mecklenburg gibs die schönste Hansestadt der Welt. Mit Leuchtturm. Und immer trinkt man Bier an der Ostsee (die Schönste) und trifft Menschen über Menschen. Immer alte und immer neue.

Manches kann keiner in Worte fassen. Deshalb gibs Bilder:











Freitag, 11. April 2008

12.-27.04.

... und es wird auch Zeit. Ich bin über mein deutsches Telefon erreichbar und hoff sehr, dass ein paar Tage Hansestadt drin sind.

Mittwoch, 9. April 2008

Der Sultan des Swing.

He hasn't got the action,
he hasn't got the motion,
but hey, that boy can play!

Marc Cnopfler (mit k) ist alt. Und macht Musik für seinen Jahrgang. Weswegen er vor allem vor alten Menschen spielt. Und ich hatte vergessen, dass ein Altmännerpublikum ganz dicht dran ist, am Country. Da beginnt man sich ja im Alter für zu interessieren. Au wei. So war der erste Teil des Abends quasi gelaufen: Erntge schmollt keksemampfend mit Flunsch inne Ecke. Und zwar zu dieser lahmen Altherrencountry-Voract-Katastrophe.
Na und denn kam ja aber auch schon Cnopfler. Er hat keine Haare mehr, aber was er gut kann, ist Gitarre spielen. Bisschen Geduld musste er haben mit den Franzosen... die wussten nicht, dass man bei Gitarrensoli normalerweis nicht mitklatscht, hatten sie aber nach 3/4 des Konzerts verstanden. Gut. Konnt er also zeigen, dass er Profi ist und ehrlich, den Sultan of Swing, ey, den macht ihm keiner nach, auch nicht auf seine alten Tage. Äußere Ergriffness erzeugt innere Ergriffness.
Und übrigens hat Cnopfler genau die gleiche Gitarre wie unser Krongold (sonne rot-weiße.)
Top-Abend, aber nie wieder Stehkonzerte...

Samstag, 5. April 2008

Nanouk, l'Esquimau.

Ciné-concert im Lieblingskino. Genau. Film mit Live-Musi zu. Luxus pur, fürs Auge, fürs Ohr. Und für den Rücken, weil’s im Cinématographen nämlich die bequemsten Sessel der Welt gibt.
Zu sehen gabs „Nanouk, l’Esquimau“, einen Dokumentarstummfilm in Schwarz-Weiß von 1921. Der Regisseur Robert Flaherty zeigt die Welt der Eskimos im Norden Kanadas: also wie eine 5-köpfige Familie plus Hund in ein Faltboot passen, wie man einer Robbe das Fell abzieht, wie man ein Iglu baut, wie man mit sich selbst Schlitten fährt. Na und Eisschollenhopping natürlich.
Zu hören gabs „Bocage“, ein Musikduo aus Nantes, was die beeindruckenden Bilder mit mal fetzigen, mal verträumten Klängen begleitete und später noch auf ein Bier zu haben war.
Mildes und freundliches Nantes.

Donnerstag, 3. April 2008

Was ein Theater!

Hui, dann ist es also schon wieder ein Jahr her... im Universitätstheater rumpelts nämlich grad wieder mächtig zum alljährlichen Festival Universitaire. Viele kleine Ateliers präsentieren noch bis zum 10. April ihre Arbeit des letzten Jahres. Da gabs zum Beispiel schon den „Schaum der Tage“ mitsamt Musike, Pianocktail und Aalen, die sich für die aus Amerika importierte Ananaszahncreme interessieren und dafür den Weg durch den Wasserhahn auf sich nehmen. Und natürlich mit der schönen Chloe und diesem Problem der wachsenden Seerose in ihrer Lunge...
Das aber erzähl ich ja alles nur, um schnittig zum Höhepunkt des Festivals zu kommen: A.C.T.E allemand spielte gestern Abend auf: Werner Schwabs „Reizenden Reigen...“. Und zwar in ausverkauftem Hause. Was für eine Vorstellung. Was für ein Stück. Was für eine Sprache! Der Schwab, der kleine Anarchist: würfelt Worte zusammen wie es ihm passt, macht ganz neue draus, verfremdet krachend die Grammatik und bietet so in seinen Stücken ein schillernd-gewaltiges Feuerwerk von... von... „Schwabisch“ eben.
Das Regiedoppel Krista und Karsten haben in den letzten Monaten Beeindruckendes geleistet. Frischfetziges, das das Publikum, auch aufgrund des fiesen Bauchmuskelkaters seit heute morgen, nicht so schnell vergessen wird. Boah.