Sonntag, 30. November 2008

fiep und röchel und rotz.

Das Dööfste am Kranksein:
Wehtum. Isolation. Mattität. (Eine Idee davon wie der frisch gemahlene Kaffee da riecht, ja. Lust welchen zu trinken, nein. Ohne Sinne sinnfrei.)

Das Tollste am Kranksein:
Scheiß auf die Frisur. 17 Stunden durchschlafen und Fieberträume (und Ihr wart alle mit dabei.) Zeit für Zeitung und Vorfreude auf Besserung.

Sonntag, 23. November 2008

War's Heraklit?

Alles zusammen. Todmüde und hellwach, gealtert und jung, juchzen dann seufzen dann juchzen dann seufzen. Und das geht so noch ein Weilchen. Himmel weint, Sonne scheint. Inneres ist ausgepackt, Äußeres wird eingepackt. Noch da und doch schon weg.
Schwitters tröstet, denn:

Fliegen haben kurze Beine.
Eile ist des Witzes Weile.
Rote Himbeeren sind rot.
Das Ende ist der Anfang jeden Endes.
Der Anfang ist das Ende jeden Anfangs.
Banalität ist jeden Bürgers Zier.
Das Bürgertum ist aller Bürger Anfang.
Bürger haben kurze Fliegen.
Würze ist des Witzes Kürze.
Jede Frau hat eine Schürze.
Jeder Anfang hat sein Ende.
Die Welt ist voll von klugen Leuten.
Kluge ist dumm.
Nicht alles, was man Expressionismus nennt, ist Ausdruckskunst.
Kluge ist immer noch dumm.
Dumme ist klug.
Kluge bleibt dumm.

(Kurt Schwitters, Banalitäten aus dem Chinesischen.)

Donnerstag, 13. November 2008

Endlich.

Nun habe ich sie also. Die Erlaubnis, Studenten aufgrund akuten Dilettantismus aus dem Kurs zu schmeißen: gabs heute nämlich eine offizielle demande d'être attentif à d'éventuelles dérives se traduisant par un manque de respect (assoupissement ostentatoire, tenue vestimentaire inacceptable, dilettantisme, distribution en cours de confiseries, pâtisseries ou boissons...).
Wunderbares Nantes.

Mittwoch, 5. November 2008

Die Lösung.

Für die Permanentverpeilten. Für die mal durch den Wind sind. Für die Spontanen. Für die akut Mittellosen. Für die chronisch Geizigen. Für die leidenschaftlichen sncf-Hasser. Für die ohne Angst vor Augenkrebs. Aufgepasst: es gibt die Lösung für alle.
Hast du dich mal geirrt beim Ticketkauf, etwa aus Trunkenheit, Stress oder generellem diesseitigem Handicap, geh auf die Seite trocdesprems und verscherbel Deine Fehlkäufe. Das bringt Guthaben für Neues und hilft allen oben Genannten. Wer nur Bahnhof versteht hat alles richtig gemacht.

le troc = der Tauschhandel
les prem's = billige Zugtickets.

Sonntag, 2. November 2008

Être à Caen, ce n’est pas con.

Weil: Da kann man bei Sonnenschein ans Meer fahren. Muscheln essen. Und gucken wie es rauscht. (Oder es bei denen gerauscht haben muss, die in Ouistreham Zweite-Weltkrieg-Motive für ihr Postkartengeschäft ausgesucht haben.) In Caen gibt’s mitten auf dem Markt diese echte Ziege und zwar genau neben dem Mann, der seine durchsichtigen zappelnden Crevetten bebrüllt. In Caen kann man aber auch im fiesen Nieselpiesel testen, wie viel Schokolade in einen Magen und wie viele Filme in ein Gehirn passen. Da enden Raclette-Abende im Karaokedesaster und alle Sehenswürdigkeiten der Stadt schafft man in einer Stunde: Damenabtei (Ladies first), Herrenabtei und das Chateau von William dem Eroberer. In Caen wohnt jetzt meine Herzhafte und bei der bin ich immer entzückt wie Lol V. Stein. Mindestens. Ey und das Licht! Das Licht!