Freitag, 23. Oktober 2009

Wo is Erntge?

Hier!
(Let it flow, ne.)

Sonntag, 18. Oktober 2009

So wird’s warm:

a) Im Flur den Generalgashahn auf, dann inne Küche anne chaudière gaz den gelben Schalter umlegen, bisschen anne Knöppe drehen, Hahn links neben der Spüle aufdrehen (Rohr, was zum Heizkörper führt), denn im Wohnzimmer rechts neben dem Schrank Temperatur einstellen. 20 oder so. Denn anne chaudière gaz die bar-Anzeige kieken (1?) und noch die Digitalanzeige (so zwischen 40 und 75 soll ökonomisch okay sein). Aha!

b) Im schwarzen Pulli mit dem weißen Kugelfisch drauf und mit IKEA-Decke 1 und 2 übergeworfen heißen Tee trinken. Nicht bewegen. Wegen der Angriffsfläche.

c) Literweise Alkohol trinken.

d) Badewanne nutznießen. Und schaumige Dunstwolken atmen.

e) Sich freuen auf nexten Samstag. Schmetterlinge klappern lassen und grinsen. (Erntge verreist nämlich. Dahin wo keine Handschuhe, Mütze oder Schal nötig sind. Sondern wo man sich Sonnenbrand am Pool holt und Palmen sieht und knutscht, tagein tagaus. Mhmmmmmmmm...)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Scheiß sncf.

Wer morgens vorm Aufstehen aufstehen muss und mittags Kaffee über die Knie geschüttet bekommt, der braucht nachmittags nicht erwarten, dass es abends mit den billigen Nachtzugtickets klappt.

Samstag, 10. Oktober 2009

Ostseegruß.

Na heute gings ja ab: Erntge skeptisch vorm Briefkasten. Denn Sand rieselt da raus, kaum zu sehen anfangs, dennoch kontinuierliches Rieseln. Erntge hört genau hin: hörts rauschen und Möwen. Häh? Erntge lässt sich nicht lumpen, macht auf den Kasten: da purzelts schließlich Donnerkeile, Schwemmholz und Muscheln in die Hand. Juchu! Ein Ostseegruß ist es! Merci ma chère, t'es la meilleure! ...and i really love donnerkeils!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Bald geschafft.

Wer erträgt es eigentlich noch? Erntge jedenfalls nicht mehr. Dabei ist ja noch nicht mal November. Geschweige denn der neunte. Ist es hier krasser als dort? Erntge hält sich immer öfter die Ohren zu, muss immer öfter dringend los und schleudert dem der trotzdem fragt, lapidar Songzitate* um die Ohren. Weil da alles drin steckt, zwischen den Zeilen, ohne erklärenden Aufsatz hinterher. Weil sich nämlich der Zeit nehmen muss, wer diesen batzigen Geschichtsbrocken verstehen will. Das geht nicht so zwischen Tür und Angel, dafür reicht nicht mal die DEFA-Vorlesung. Und wenn dann die DDR-Hymne im Hörsaal schwingen muss und scheppert, dann wird Erntge klar, dass sie keinem einzigen französischen Jungspundgermanisten jemals den ganzen Klumpen in ihrem Bauch erklären können wird, der dann vor sich hin hüpft und klonkt. Geht einfach nicht, kannse sich auf den Kopf stellen, geht trotzdem nicht. Und muss vielleicht auch so.

*Die Mauern, über die wir stiegen waren grau und weiß vom Taubendreck./Und dieselben gelben Nelken welken von den Wänden./Lass uns schweigen, alle Worte sind gesagt. Lass uns in die Stille steigen, bis es wieder lärmend tagt. (alles City)

Samstag, 3. Oktober 2009

Wohin zeigt der Kulturfinger?

Noch vor dem Frühstück hat Erntge heute den newsletter vom Kulturmanagement Network gelesen. Hat dabei was über kognitive Dissonanzen als positives Imageinstrument gelernt und sich dann das Zitat „an glatten Oberflächen bleibt nichts haften“ aufgeschrieben. Hat sich die zunehmende Hybridisierung des Konsumverhaltens klargemacht (preis-, erlebnis-, prestigeorientiert) und sich dann eine Gratwanderung zwischen Kunstfreiheit und Markenlogik vorgestellt. Erntge hat gelernt, dass Jim Morrison 1968 die Verwendung seines Songs „Light my fire“ für einen Buick-Werbespot als „Pakt mit dem Teufel“ verweigert hat, und dass Sarah Connor heute Songs für Damenbinden schreibt. Erntge ist jedenfalls aufgestanden und hat sich laut die Letzte Instanz angemacht und ist zu „Oh fortuna“ in Richtung Kaffeemaschine getänzelt. Gegrinst hat sie, denn Wochenende ist großartig.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

62x2.

Das Erntge spurtet durch den Flur: balanciert Schlüssel, handouts, Wasserflasche, Handy. Und die Whiteboardmarker. Grün und blau ist dabei. Das schmückt zwar eigentlich... - das Erntge ist zu spät dran, als dass es sich darüber das Haupt zerschellen täte. Klickklackklickklack machts wie bei der Nähmaschine als es sich durch wartende Studenten schiebt. Das kommt von den Hakenschuhen, die sich das Erntge früh morgens wegen der privilegierten Kapitalismusstudenten anoperiert hatte. Klickklack. Aha, amphi 513, rein und los.

Rein und los?
Öhem.
Rein ja. Aber los?

Anfangs lacht das Erntge sogar noch, grinst richtig rein in sich selbst, wo viel Platz ist. Kann ja schließlich kaum ernst gemeint sein, diese 124 Augen, die da starren. Okay! Also gut: das Erntgetier balzt und drohgebärdet: wer ist falsch? Passiert Erstis ja öfter, haha. Das Erntge aber irritiert, dass es als einziges lacht. Und schon nicht mehr lacht, das steckt nämlich plötzlich fest im Hals, an dem sich immer offensichtlicher rote Fleckchen bilden.

Schließlich kommt auch beim Erntge an, was allen anderen Tierchen im Hörsaal längst klar ist: hier ist jetzt Vorlesung! Landeskunde! Und es braucht nur noch einen Affen. Einen, der vortanzt! Der vorne singt und springt und lacht und neue Kunststückchen zeigt. Einen mit Unterhaltungswert bitte. Einen milden, der gnädig ist, wenn sich eins der Schafe mal fressnarkotisiert hat und pennt. Ahja, und dieser Affe muss das Erntge sein: das hat schließlich die handouts und die Whiteboardmarker dabei. So muss das.

Das Erntge denkt plötzlich an Südsee. Und wie es schwitzt, so rudert es auch. (Sehr nämlich.) (Sehr dämlich.) Es ist ein Graus. Dem Erntge scheint der Schalk im Fell zu sitzen, dabei ist es pure Verzweiflung: das Erntge schawenzelt, taumelt, zaudert, schluckt. Versucht sich zu trösten mit dem Gedanken an Würste, die haben schließlich zwei Enden, dieser Albtraum dagegen nur eins. Hoffentlich. Irgendwann.

Sechzig Minuten mit zweiundsechzig Stundenten können sein wie sieben Tage Regenwetter. Mit obligatorischem Workshop zu Herzkasperletheater. Das Erntge schiebt sich schließlich vor allen Schafen aus dem Hörsaal, verkriecht sich in seiner Höhle und trinkt soviel Schnaps wie nie. Zusammen mit Frau Elster, die freundlich nickt.