Samstag, 31. Januar 2009

Erntge. Arte.

Erntge bloggt fremd. Pfui! Anlass ist die Folle journée de Nantes, das größte Klassikfestival in Frankreich und so wichtig, dass sogar Arte kommt. Zumindest springt eine Konzertkarte raus: heute abend gehts so richtig schick zum Klavierkonzert. Ein Traum wird das.

Dienstag, 27. Januar 2009

Vorbei, vorbei!

Geschafft! Es ist vollbracht. Sonntag brach also auf der Leinwand des Cinématographe die DDR zusammen und Montag wurde dann noch ein Zeitzeuge für die Ewigkeit digitalisiert. (Jaja, wir immer mit unserer Nachhaltigkeit.) Der Endspurt - es war ein derb-drastischer. Aber nun: vorbei, vorbei - und Erntge wieder frei. Wo bitte gehts zum nächsten Abenteuer? Also, Richtung reicht erstmal, genug Zeit zum Nervenkostüm bügeln sollte drin sein. Und zum sich wieder im Jetzt begreifen. Schlaucht nämlich, sich auf Dauer in der Vergangenheit positionieren zu müssen. Wie Sau! Und zwischen den Sommerfotos des letzten Jahres verbleichen langsam das XI. Plenum des ZK der SED und die gestopften Löcher der DDR-Kulturpolitik (16 oder 35mm). Mach's gut, DEFA. Man sieht sich, ne.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Wohnungssuche in Nantes.

Schluss jetzt mit dem Stumpfsinn. Auch Erntge can und macht jetzt alles besser. Zum Beispiel Sinnvolleres schreiben, nicht immer nur über Schokoriegel und Rotweinfontänen. Nee, praktischererer solls sein.
Wie sucht man sich also eine neue Wohnung in Nantes. In der Tat ist das ein interessantes Thema und wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten.
Erste Adresse: die immo-Ausgabe der Regionalzeitung Ouest-France. Online kann man sich einen newsletter ziehen, das kost nix und liefert die frischesten Anzeigen auf den Heimrechner, bevor sie in der gedruckten Ausgabe erscheinen. (Derzeit flattern ungefähr 2 pro Woche ins Haus, ja, das sehr mager.) Wer Zeit hat, kann sich jeden Mittwoch mit einem Liter Kaffee bewaffnet an die Druckausgabe machen und darin rumkreuzen und markern.
Für die „particuliers“ (das sind private Schaltungen ohne Maklergebühren) braucht man Glück und ein funktionstüchtiges Sieb. Für alle anderen (leider die attraktiveren Angebote) säuseln bei Anruf sofort Melodei und Frauenstimme und beide versprechen unzählige Vorteile. Gegen Bares. So kann man sich also (empfiehlt sich eher für die Bessersituierten und/oder für die unter Zeitdruck) gegen Gebühr bei einer Agentur anmelden (Minimum 140 € bei LOGEKA) und bekommt dann so Listen und voll viel Service. Sagen die.
Erntge gehört eher zu den „particulier“-Fans und guckt sich dementsprechend viel Blödsinn an - oder (!) schreibt sogar Bewerbungsbriefe, um zu einer Wohnungsbesichtigung überhaupt erst eingeladen zu werden. Das stelle man sich mal vor. Gehaltszettel, Versicherungen, Bürgschaft usw. hätten manche Besitzer nämlich gern im Vorfeld, um, wie sie sagen, schon ein bisschen zu selektieren. Sind ja aber auch so viele Bewerber! Äh. Ich könne mir das Appartement aber schon mal von außen ansehen, die Adresse wird gern und breitwillig rausgerückt.
Tja, da der Kampf mit der Agentur sich aber eh hinzuziehen scheint (weiß nicht, ob die meine Drohgebärden überhaupt als solche wahrnehmen), hat Erntge Zeit und is auch genug Kaffee da.

Dienstag, 20. Januar 2009

La honte, ey.

Ey echt. Ganz großes Kino heute abend. Und nicht nur auf der Leinwand. Es schickte sich ja zunächst vorzüglichst an. Also vor allem auch intellektuell. Erst bekam das Wort „Filmriss“ bei der Projektion von Konrad Wolfs „Sterne“ eine ganz neue Bedeutung. Denn der Film riss. Viermal. Dann wurde abgebrochen. Kannste nix machen, wenn das Leben so zwischenfunkt und hämisch lacht. Mitlachen ist dann ein adäquates Mittel, haben wir ja inzwischen gelernt, dass panikieren nur selten Sinn macht.
Ja dann, weiter im Bild, Staudtes „Untertan“ folgte mit einer schönen Einführung unseres liebsten DDR-Spezialisten. Und denn ging’s ja auch schon im Rudel auf in die Cigale, denn wennschon dennschon.
Foie gras, pampe deluxe mit canard und ja, dann irgendwann zwischen plat principal und dessert... wir hatten grad den ewigen Kreislauf der Dinge an der kleinen Gießkanne, die gleichzeitig nämlich als Pflanzentopf und auch neckisches Dekorationselement auf unserem Tisch fungierte, den wir uns in einer solchen Lokalität und vor allem in unserem Outfit erst hart erkämpfen mussten, festgemacht, und außerdem die etymologischen Ausmaße von „surdité“ und ab-surdité“ eruiert... da hatte Erntge also ihren ganz großen Auftritt.
Dacht sich nämlich, was sie sich ihr persönliches Kino nur auf der Leinwand macht, das geht doch auch im wahren Leben. Öhem. Es war so lustig gewesen und, keine Ahnung wie es nun wirklich geschah. Jedenfalls. Eine Rotweinfontäne! Eine feine mit Nachdruck. Quer über den Tisch. Ich seh sie noch genau vor mir sitzen: Denis – ganz große Augen, Karsti – dem es von Hemd und Stirn tropft, Jacques – der helle Wollpulli auf einmal rot gesprenkelt. Oh man! In der Cigale! Spuckt Erntge ma eben drei Männern und einer ganzen Tischdecke gleichzeitig ins Gesicht, auch dem DDR-Spezialisten. Was eine Sauerei. Wie peinlich! Erntge-Scherzkeksin immer mit ihren Extravaganzen. Ich hab damit nix zu tun. Die Superrechnung von 280,90€ habe ich anschließend mit meinem guten Namen bezahlt.

Samstag, 17. Januar 2009

Schluss jetzt.

Und so lange war es nicht in Erntges Kopf. Als nämlich endlich das Lächeln auf die Fotos kam, verschwand dieser Gedanke und das jetzt echt lange her. Okay, also mit sechzehnsiebzehn, da stellt man sich solcherlei Fragen und da gehts ja sowieso immer sofort ums Ganze und vor allem so ego und Erinnerungen an die schlimmen Jahre sind ja oft in schwarz-weiß.
Warum ist es jetzt also wieder da. Erntges Wochenzeitung des Vertrauens ist schuld. Normalerweise ist wer liest ja klar im Vorteil, aber hier ist im Moment kein Vorteil auszumachen, im Gegenteil, zer-mür-bend ist's!
Da ist nun also die Platte draußen, die heißt "Final Songs", eine Compilation auf der irgendwelche Leute ihre bevorzugten Beerdigungssongs raufgepackt haben. Oh man! DJ Hell möchte "Golden Brown" von den Stranglers hören. Okay. Jedem Tierchen sein Plaisirchen. Aber jetzma echt, was für eine fiese Nummer! Jeder, der Musik in sein Leben gelassen hat, der sich im E-Fall für Musik statt Schokolade entscheiden würde (ja, auch Erntge würde das tun!), der sieht sich nun mit dieser kniffligen Frage konfrontiert.
Was will Erntge denn nun hören, wenn es soweit ist? Ganz schnell fallen irrwitzige Lieder ein: Ententanz, Flohwalzer, Frank Sinatra: "I did it my way". Andrea Boccelli: "Time to say goodbye." "The End" von den Doors. Haha, alle schütteln sich und schauen dann betreten in ihr Bier und denken aber heimlich an Pink Floyds "Goodbye cruel world".
Und dann? Ist man nämlich allein mit der Frage und überlegt und überlegt. Und wenns sich dann bei Muscadet so schön überlegt um zwei Uhr nachts, denkt man das drumrum auch noch mit. Und wird wieder siebzehn und ego. Wer kommt, wer denkt was... Hilfe.
Möcht Erntge jetzt nicht mehr, das ja Psychoterror. Eine Entscheidung muss her, sonst wird das hier nix. Und danach is Schluss mit dem Quatsch: The Soundtrack of our lives: "In someone else's mind".
So. Schluss aus Ende im Gelände.

Dienstag, 13. Januar 2009

Die Sache mit dem

Meine Damen und Herren es läuft. Es läuft, rinnt, flutscht, plätschert, fließt, rieselt und manchmal wetzt es. Auf jeden Fall ereignet es sich. Es funktioniert, geschieht, passiert und findet statt. Selten flitzt es. Also eigentlich ganz okay. Beim Punktestand gibt’s ständig Torchancen, aber keiner trifft... dabei bin ich doch so ein Gewinnertyp! Mist. Ich tröste mich mit einem Tabuthema, welches kürzlich erst und endlich öffentlich an die neuealte Freundin gebracht wurde: Das Verhältnis von Pilot und Copilot im Cockpit. Spricht echt kein Mensch drüber. Mannmannmannmann, verschlafene Gesellschaft! Dabei geht’s hier echt ums Ganze. Persönliches muss aus einem Cockpit raus gehalten werden, sonst riskiert man ganz leicht, die Reißleine ziehen zu müssen! Das sollten wir uns viel öfter klar machen.
Und ich erwäge übrigens ernsthaft, neues Hobby eins und zwei einzutauschen. Gegen siehe Foto. Ich weiß, bei Hobby eins purzelt mir ja der persönliche Ehrgeiz dazwischen... aber Schoki, ne? Ich glaube, das kann eine Liebe für ein ganzes Leben sein.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Auch schön:

Erntges zweites neues Hobby. Das geht so: um sechs (!) aufstehen, um in Dunkelheit und Kälte zu Prüfungen zu fahren, die erst nächsten Montag stattfinden. Top! Was ist hier eigentlich los. Und nun tut's weh im Bein, was noch viel Weihnachten mit sich rumträgt, und wo der beleuchtete Fahrradweg zur Uni erst wieder rein muss.
Na jedenfalls trotz Gefrierbrand im Hirn beste Erinnerungen an den gestrigen Retrospektiven-Eröffnungsabend. Es gab Kabeljau. Lecker. Für die anderen "Die Mörder sind unter uns" / "Les assassins sont parmi nous" von Wolfgang Staudte. Vor dem Kabeljau gab's die improvisierte Eröffnungspräsentation, die eigentlich doch sehr flutschte, wider Erwarten. Und die Untertitelkatastrophe war gar keine. Oder nur eine kleine. Und Cyril BUFFET, unser Superhistoriker, hat schön erklärt, vor dem Film, beim Kabeljau, nach dem Film. Der hat eine Nase wie Gérard Dépardieu und versprach euphorisch am Ende, bei seiner nächsten Intervention eine Steppnummer auf dem Parkett zu machen zu einem DEFA-Film unserer Wahl. Wenn das nix is!

Mittwoch, 7. Januar 2009

Ab geht er.

Pünktlich zu Beginn unserer DEFA-Retrospektive hat sich Erntge ein schillerndes neues Hobby zugelegt. Interviews verkacken. Schön, ne? Das ist dem Rest des Teams übrigens auch in die Hände gefallen und so haben wir nun einen Highscore entworfen im Interviews verkacken. Momentan is Gleichstand.
Beste Voraussetzungen für unseren Eröffnungsfilm heute abend. Es ist wie immer alles offen. Die Eröffnungspräsentation wird improvisiert und die Untertitel... hat einer Zeit für Daumen drücken? Weil der Film auch erst viel später anfängt als angekündigt, gibts vorher auf jeden Fall Glühwein für die wartenden Gäste. Da denk ich schon die ganze Zeit dran, dass das echt ne Spitzenidee war... es empfiehlt sich immer, etwas Alkohol im Blut zu haben. Na denn! Auf geht's.

Montag, 5. Januar 2009

Norwegen.

Eine Fähre, einen Bus, zwei Flugzeuge, noch einen Bus und einen Zug später ist Erntge zurück vom Wonnewahnsinn Norwegen. Und würde am liebsten sofort wieder umkehren. Zurück zu Fjorden, Bergen, Schafen, Kamin und Rudel. Hier, wo es sich übrigens mehr friert als im Land der Trolle, wartet allerdings eine DEFA-Suppe auf Auslöffelung. Genau, die hatte sich Erntge schließlich selbst eingebrockt. Und Abschied ist nunmal ein scharfes Schwert.
Aber Norwegen, ne! Hach. Hin da, immer wieder. Nicht satt sehen kann man sich an Berg und Wasser. Allerhand Schatten werden geboten zum rüber springen, zum Beispiel auf dem Weg zum Preikestolen, das wo ein großer Felsen am Fjord ist. Da fällt runter, wer nicht aufpasst und rutscht aus, wer nicht hinguckt und fällt dann auch runter. Also akutes Runterfallrisiko, besonders im Winter mit Gefrierbrand unter den Gummisohlen. Liebe Menschen gabs anbei, neue und alte, so wie es sich für einen ordentlichen Jahreswechsel gehört.

Hier's Ganze in visuell: