Mittwoch, 25. März 2009
Schade um die schönen Rosen.
Dienstag, 17. März 2009
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Briefing in Zurückzetern auf Französisch.
Brigitte dreht inzwischen nämlich durch und brüllt und garstet und kratzt an meinem Nerv. Und drohgebärdet, als hätte sie was gestochen. Wahrscheinlich hat sie nun nämlich Druck von was weiß ich wem wegen meiner Fenster, die keine sind. Blöde Kuh. Geduldig war ich, freundlich war ich, milde. Hab mich an alle Regeln gehalten, die es hier gibt. Nun geht es aber zu weit. Weil ich nicht bereit bin, fremde Leute in meine Wohnung zu lassen, wenn ich selbst nicht anwesend bin, psychoterrorisiert Brigitte nun mit Kosten, die auf mich zukämen, weil ich notwendige Renovierungsarbeiten verhindern würde. Und hält mir Vorträge, wie Unternehmen funktionieren würden. Na hallihallo.
Stünde ich demnächst ohne Fenster da, wäre das meine Schuld!
Brigittchen faucht sich in Rage, dreht alle Spieße um und rammt sie mir dann ins Bein. Gefällt mir natürlich überhaupt nicht, dass ich humpelnd nicht zurückgarsten kann wie ich möchte! Würde ihr nämlich gern um die Ohren schleudern, dass sich Madame einen Dreck geschert hat, als es reinregnete und ich im Feuchtbiotop lebte! Dass sie auf keinen meiner Beschwerden geantwortet hat! Keines ihrer Versprechen je gehalten und überhaupt lügt, dass sich die verschimmelten Balken biegen. Ob sie sich nicht bisschen schämt würd ich sie gern fragen und wenn’s geht in schnittig und schmissig und mit Schmackes, dass sie mal bisschen nachdenkt. Oder wenigstens kurz aufhört, mir in mein Ohr reinzubrüllen.
Kann jemand helfen? Weiß wer was?
Brigitte dreht inzwischen nämlich durch und brüllt und garstet und kratzt an meinem Nerv. Und drohgebärdet, als hätte sie was gestochen. Wahrscheinlich hat sie nun nämlich Druck von was weiß ich wem wegen meiner Fenster, die keine sind. Blöde Kuh. Geduldig war ich, freundlich war ich, milde. Hab mich an alle Regeln gehalten, die es hier gibt. Nun geht es aber zu weit. Weil ich nicht bereit bin, fremde Leute in meine Wohnung zu lassen, wenn ich selbst nicht anwesend bin, psychoterrorisiert Brigitte nun mit Kosten, die auf mich zukämen, weil ich notwendige Renovierungsarbeiten verhindern würde. Und hält mir Vorträge, wie Unternehmen funktionieren würden. Na hallihallo.
Stünde ich demnächst ohne Fenster da, wäre das meine Schuld!
Brigittchen faucht sich in Rage, dreht alle Spieße um und rammt sie mir dann ins Bein. Gefällt mir natürlich überhaupt nicht, dass ich humpelnd nicht zurückgarsten kann wie ich möchte! Würde ihr nämlich gern um die Ohren schleudern, dass sich Madame einen Dreck geschert hat, als es reinregnete und ich im Feuchtbiotop lebte! Dass sie auf keinen meiner Beschwerden geantwortet hat! Keines ihrer Versprechen je gehalten und überhaupt lügt, dass sich die verschimmelten Balken biegen. Ob sie sich nicht bisschen schämt würd ich sie gern fragen und wenn’s geht in schnittig und schmissig und mit Schmackes, dass sie mal bisschen nachdenkt. Oder wenigstens kurz aufhört, mir in mein Ohr reinzubrüllen.
Kann jemand helfen? Weiß wer was?
Reicht.
Samstag, 14. März 2009
Zwischen den Generalstreiks.
Wer blickt eigentlich noch durch?
Das Unipersonal streikt. Also nicht alle. Wer genau, weiß ich nicht. Ich streike nicht. Es streiken auch nicht alle gleich. Manche Institute streiken pädagogisch (keine Kurse), andere streiken administrativ (keine Unterschriften mehr auf offizielle Dokumente.) Das Germanistikinstitut streikt administrativ, hat aber keine Studenten. Weil:
Die Studenten streiken. Also nicht alle. Aber viele. Die treffen sich dann einmal die Woche in vierstündigen Vollversammlungen und reden und manche wackeln lustig mit den Armen, wenn sie mit was einverstanden sind. Und sie machen Aktion auf der Straße, da gibt’s auch beinahe täglich Artikel in der Regionalpresse.
Studenten und Personal streiken aber nicht aus denselben Gründen. Studenten streiken zum Beispiel gegen die Masterisation des concours (die Lehrerausbildung soll demnächst in einem unschaffbaren Master stattfinden). Das Unipersonal streikt zum Beispiel gegen den Status der enseignants-chercheurs (wobei Valérie Précresse hier schon auf einige der Forderungen eingegangen ist – reicht aber wohl noch nicht.)
Manche munkeln, ohne die Studenten könnte es gar keine Bewegung des Personals geben. Und Studenten sind auch manchmal gar keine Studenten, sondern altes Anarcho-Urgestein, was seit Jahren bei jedem Streik mitmischt und bei AGs abstimmt. Und die Gewerkschaften, ne, die machen auch mit in den AGs, weshalb Abstimmen jetzt nur noch mit Studienausweis geht.
Soweit so unklar. In einigen Fakultäten (Jura) findet gar schon wieder Unterricht statt. Und wenn dann pro-blocus-Leute in deren Seminare stürzen, um sie zu „retten“, schreien jene, sie könnten sie mal. Nicht jeder Student ist nämlich für die Fortsetzung des Streiks. Auf dem Uniforum kann man eine Milliarde Kommentare zur Fragestellung lesen, was der Streik letztlich nützt. Wird sich auch viel beschimpft dort, kann man gut Vokabeln lernen. Zudem gibt es inzwischen auch eine Petition der Leute, die gegen den Streik sind. Da wird auch gefordert, dass alle Blockierer bestraft werden. Weil, ja klar, es werden natürlich wieder Sachen zerkloppt (vor allem Technik) und Stühle geklaut, einige Gebäude sind nachts besetzt. Die Petition läuft über die Bewegung UNI, der man skeptisch gegenüberstehen sollte, weil plakativ gehetzt wird gegen den „intellektuellen Terrorismus der Extrem-Linken“.
Nun ist die Entscheidung der Studenten über Streik oder Kurs heilig. Allen. Denn die studentische Vollversammlung als „demokratisches“ Entscheidungsgremium ist wichtig und muss respektiert werden. Deshalb gibt es bei uns also keinen Unterricht. Der Kontakt zu den Studenten ist leider inexistent. Unser eingerichteter Raum zum Versammeln, Arbeiten, Organisieren wird von 4-5 Leuten genutzt. Wenn er nicht geschlossen ist wegens akuter Gewaltgefahr. (!!!)
Besonders weh tut das alles, wenn man an die Anfänger denkt. Die frisch an der Uni sind, die noch nichts wissen von ihren Rechten und Pflichten und die über die sechs Wochen jedes deutsche Wort vergessen, das man ihnen mit den Kollegen zusammen so schwungvoll im ersten Semester eingeholfen hat.
Gelähmt! Und keine Ahnung, wo man sich in dieser Situation wie engagieren kann! Es gibt diese université populaire. Eigentlich eine gute Idee, den Streik positiv umzukehren indem man Seminare zu wichtigen gesellschaftlichen Themen organisiert. Und Filme und Konzerte. Den Streik nutzt, um Wissen zu vermitteln. Diese Bewegung scheint jedoch etwas verpönt bei den Studenten, weil organisiert von Leuten, die gar nicht „betroffen“ wären?
Inzwischen nervt es. Wer dran bleiben will, der kann nebenbei keine Berichte oder Artikel schreiben. Der müsste täglich an die Uni, in die AGs, auf die Straße. Könnte man schon schaffen, aber eben nicht mit Berichten und Artikeln im Nacken. Oder elendlangen Interviews, die transkribiert werden müssen. So kommt also nur die Hälfte der Informationen hier an. Die andere Hälfte ist grau und wird bemunkelt und macht mürbe.
Von 83 französischen Universitäten betrifft diese Situation fünfzehn. Nantes ist dabei. Vielleicht bis zum nächsten Generalstreik, am 19. März. Denn bisher gibt es von der Regierung keinerlei Reaktion auf die Fragen und Forderungen der Studenten. Seit sechs Wochen Schweigen im Walde. Und ich seh aber die Bäume nicht.
Das Unipersonal streikt. Also nicht alle. Wer genau, weiß ich nicht. Ich streike nicht. Es streiken auch nicht alle gleich. Manche Institute streiken pädagogisch (keine Kurse), andere streiken administrativ (keine Unterschriften mehr auf offizielle Dokumente.) Das Germanistikinstitut streikt administrativ, hat aber keine Studenten. Weil:
Die Studenten streiken. Also nicht alle. Aber viele. Die treffen sich dann einmal die Woche in vierstündigen Vollversammlungen und reden und manche wackeln lustig mit den Armen, wenn sie mit was einverstanden sind. Und sie machen Aktion auf der Straße, da gibt’s auch beinahe täglich Artikel in der Regionalpresse.
Studenten und Personal streiken aber nicht aus denselben Gründen. Studenten streiken zum Beispiel gegen die Masterisation des concours (die Lehrerausbildung soll demnächst in einem unschaffbaren Master stattfinden). Das Unipersonal streikt zum Beispiel gegen den Status der enseignants-chercheurs (wobei Valérie Précresse hier schon auf einige der Forderungen eingegangen ist – reicht aber wohl noch nicht.)
Manche munkeln, ohne die Studenten könnte es gar keine Bewegung des Personals geben. Und Studenten sind auch manchmal gar keine Studenten, sondern altes Anarcho-Urgestein, was seit Jahren bei jedem Streik mitmischt und bei AGs abstimmt. Und die Gewerkschaften, ne, die machen auch mit in den AGs, weshalb Abstimmen jetzt nur noch mit Studienausweis geht.
Soweit so unklar. In einigen Fakultäten (Jura) findet gar schon wieder Unterricht statt. Und wenn dann pro-blocus-Leute in deren Seminare stürzen, um sie zu „retten“, schreien jene, sie könnten sie mal. Nicht jeder Student ist nämlich für die Fortsetzung des Streiks. Auf dem Uniforum kann man eine Milliarde Kommentare zur Fragestellung lesen, was der Streik letztlich nützt. Wird sich auch viel beschimpft dort, kann man gut Vokabeln lernen. Zudem gibt es inzwischen auch eine Petition der Leute, die gegen den Streik sind. Da wird auch gefordert, dass alle Blockierer bestraft werden. Weil, ja klar, es werden natürlich wieder Sachen zerkloppt (vor allem Technik) und Stühle geklaut, einige Gebäude sind nachts besetzt. Die Petition läuft über die Bewegung UNI, der man skeptisch gegenüberstehen sollte, weil plakativ gehetzt wird gegen den „intellektuellen Terrorismus der Extrem-Linken“.
Nun ist die Entscheidung der Studenten über Streik oder Kurs heilig. Allen. Denn die studentische Vollversammlung als „demokratisches“ Entscheidungsgremium ist wichtig und muss respektiert werden. Deshalb gibt es bei uns also keinen Unterricht. Der Kontakt zu den Studenten ist leider inexistent. Unser eingerichteter Raum zum Versammeln, Arbeiten, Organisieren wird von 4-5 Leuten genutzt. Wenn er nicht geschlossen ist wegens akuter Gewaltgefahr. (!!!)
Besonders weh tut das alles, wenn man an die Anfänger denkt. Die frisch an der Uni sind, die noch nichts wissen von ihren Rechten und Pflichten und die über die sechs Wochen jedes deutsche Wort vergessen, das man ihnen mit den Kollegen zusammen so schwungvoll im ersten Semester eingeholfen hat.
Gelähmt! Und keine Ahnung, wo man sich in dieser Situation wie engagieren kann! Es gibt diese université populaire. Eigentlich eine gute Idee, den Streik positiv umzukehren indem man Seminare zu wichtigen gesellschaftlichen Themen organisiert. Und Filme und Konzerte. Den Streik nutzt, um Wissen zu vermitteln. Diese Bewegung scheint jedoch etwas verpönt bei den Studenten, weil organisiert von Leuten, die gar nicht „betroffen“ wären?
Inzwischen nervt es. Wer dran bleiben will, der kann nebenbei keine Berichte oder Artikel schreiben. Der müsste täglich an die Uni, in die AGs, auf die Straße. Könnte man schon schaffen, aber eben nicht mit Berichten und Artikeln im Nacken. Oder elendlangen Interviews, die transkribiert werden müssen. So kommt also nur die Hälfte der Informationen hier an. Die andere Hälfte ist grau und wird bemunkelt und macht mürbe.
Von 83 französischen Universitäten betrifft diese Situation fünfzehn. Nantes ist dabei. Vielleicht bis zum nächsten Generalstreik, am 19. März. Denn bisher gibt es von der Regierung keinerlei Reaktion auf die Fragen und Forderungen der Studenten. Seit sechs Wochen Schweigen im Walde. Und ich seh aber die Bäume nicht.
Montag, 9. März 2009
vélo volé.
Versicherung? Winkt ab: zu alt, zu schrottig, nix mehr wert. Zur Polizei? Ich? Pffff. Ach schnüff... Ein Neues steht aber schon um die Ecke. Es heißt Waclav-Pavel und funkelt wie nur was. Das Teuerste an ihm ist aber das Schloss. Ma sehn.
Freitag, 6. März 2009
Pilze sind Jazz.
Im Supermarkt gibt’s aber nur Cornichons. Was machen? Was machen. Aufs Fahrrad und ab ins Pannonica. Das der Ort in Nantes, wo man Jazz kriegen kann. Und heute abend soll es dort 4 Saxophonisten geben, die welchen machen. Gibt es auch. Plus die Barfrau. Mit Erntge also sechs Leute. Aber nicht mit Erntge. Die fährt zerknittert zurück nach Hause und nagt vergnatzt an sauren Gürkchen.
Montag, 2. März 2009
Komma Punk.
Dieses Buch ist auch eine Ode an das Komma. Mehr Kommas kann kein Autor setzen. Wozu das Komma eigentlich da ist, weiß ich. Bei Michael Wildenhains „Träumer des Absoluten“ nicht mehr. Um Regeln schert sich nicht der Komma-Punk. Mir war lange nicht klar, dass das Komma aus dem griechischen für „Schlag, Abschnitt, Einschnitt“ kommt. Schlag! Das hat sich wohl auch Wildenhain überlegt und zerkloppt lustig klassische Syntaxen. Natürlich nicht regelmäßig, denn um Regeln schert sich nicht der Komma-Punk. Tritt aber gegen sich selbst an im Wettbewerb um die meisten Nebensätze. Und das ist übrigens auch noch herrlich zu lesen! Weil man sich Zeit nimmt für die Geschichte: denn jedes Komma bedeutet Pause und im Falle dieses Buches meist auch Ort-, Zeit- und Bildwechsel. Wer da rast, dem wird schnell schwindlig. Gibt ja Leute, die drauf stehen. Wer aber Zeit hat, verlässt bald seine eigene für die Welt von Tariq und Jochen (oder Joachim?). Fern, sanft und ernst.
Hier gibt es eine Kritik zum Buch.
Hier gibt es eine Kritik zum Buch.
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