Mittwoch, 29. April 2009

Toptyp.

Scha-melz!
Ein Hoch, ein Prosit. Auf das liebste Neffengetier der Welt.

Montag, 27. April 2009

Soweit.

Okay. Die fette Spinne sitzt unterm Glas. Herz klopft, Zigarette qualmt. Ihre ekligen Beine zappeln grad nicht. Ich guck sie an, guckt sie mich an? Was jetzt??? Die muss hier weg! So kann das nicht bleiben. Was für ein Scheiß. Spinne fertig, Erntge fertig und im Radio die Filmmusik von „Einer flog übers Kuckucksnest“. Passiert immer nur mir so was?

Sonntag, 26. April 2009

Ravie comme Lol V Stein.

Cher tous! J’ai trouvé la date idéale pour mon déménagement ! C’est le 8 mai. Je capitule sans condition ! Je me libère ! (De ces fenêtres, qui ne sont pas de vraies fenêtres, de l’odeur bizarre dans l’escalier, de Zeter-Brigitte et Philippe, les plus grands menteurs du monde entier. De ce mec étrange, qui habite au-dessous et qui a toussé pendant tout un hiver et dont je supporte les schlager du dimanche depuis trois ans déjà. Berk.) Mesdames, Messieurs, ce sera la victoire ! Finalement. Vous êtes alors les bienvenus pour assister à ma libération de cet appartement scheußlich, muchtig, eklich, kalt, ätz et kotz le 8 mai à partir de 10h. Pour ceux qui souhaitent profiter de cette sensation libératrice : il y aura des cartons à porter pour tout le monde ! Je vous embrasse, Erntgk.

Dienstag, 21. April 2009

Häuptling beschlagnahmt.

Es passiert ja immer was an der Uni Nantes. Heute wurde zum Beispiel unser Oberhäuptling Hervé Quintin, Direktor des UFR de Langues, seiner Freiheit beraubt, weil von ungefähr 20 Studenten in seinem Büro festgehalten. Die ließen ihn da nicht mehr raus und forderten ein „semestre blanc“, was so viel heißt wie allen Studenten pauschal 10/20 Punkten zu geben, sie also durch das Semester zu winken, das wegen des blocus eigentlich nie stattgefunden hat. Es wird verhalten wieder vollversammelt in Nantes! Keiner weiß, wohin das führt, aber es bleibt weiter spannend.
Wenn wir schon beim newstickern sind: ACTE allemand hatte heute abend große Premiere im Théâtre Universitaire und spielte ein wunderbares „Stadt Dessen“. Statt Pollesch (...pfui! rückte der einfach nicht die Autorenrechte raus!) gab es Globalisierungsschnipsel mit überlagerten Videoprojektionen und Live-Musik. Komplex und lustig und seltsam und ein bisschen deprimierend. Wir sollten alle aufs Land ziehen.
Erstmal zieh ich aber in meine neue Wohnung.
DENN ICH HAB SIE ENDLICH!!
Großer Glücksgriff mit 50m2 und echten Fenstern! Also welche wo Licht durchkommt und kein Regen! Die auf und zugehen! Es ist der Knüller. Es ist wunderbar. Es ist unbeschreiblich.
Es gibt eine gigantische ECKBADEWANNE!

Sonntag, 19. April 2009

Boy. Pop.

Dem einzigen Mann, dem ich einen Altar bauen werde, in meiner neuen Wohnung nämlich, die ich übrigens sehr bald bekommen werde, ist und bleibt, für immer und ewiglich, mein grandioser Blixa Bargeld. Der mir kürzlich ein Buch schrieb. Das heißt "Europa kreuzweise" und erschien im kleinen aber feinen österreichischen Residenzverlag. Tüllich ist der kryptische Posttitel daraus. Boy und Pop sind nämlich Blixas Antworten auf die immergleichen Fragen der immergleichen Ahnungslosen: "What's the name of the band?" und "What do you play?". Brüller!
In der Litanei erfährt man außerdem, was der Gourmet wie wo gegessen hat und trifft auf lustige Adjektive wie "geriatrisch". ("Hier hab ich vor ein paar Jahren mal gegessen, als ich eine schwedische Freundin hatte, es war damals so geriatrisch wie das Kranzler.", S. 58) Da kann man sich lange mit aufhalten, rauszukriegen, was Mister Bargeld damit meint. Brockhaus und Wikipedia können sich in die Ecke stellen und schämen mit ihren diesbezüglichen vagen hints und zwanghaften Sachlichkeiten. Blixalein ist ein Poet, der zaubert ja selbst das Planetensystem mit sich und seiner Stimme auf die Bühnen seiner Wahl! Und auch wenn ich mir in meinen soeben beendeten zweiwöchigen Ferien vom Nichtstun überlegt habe, nicht mehr zu warten (denn, ey, nichts ist sicher und wer weiß schon was kommt), gefällt mir so sehr das "Ich warte". Den Text hat er mir ins "Europa kreuzweise" gedruckt. Danke, Blixa!

Und vielleicht ist ja doch eins sicher: Es gibt immer die richtige Musik.
Für die nächste Katastrophe. Für das nächste Freudenfest.

(...)
Ich warte auf die Kellnerin
hab Monde mir bestellt...
Ich warte durch die ganze Zeitung
bis es Zeit ist für die Welt

(...)
Ich warte auf die eine
die ihren Namen wohl verdient
immer da war immer recht hat
auf die eine die die Sonne ausgräbt
das Gesetz der Gräber aufhebt
Ich warte auf die die taktlos erntet
honigtriefend
barfuß tanzend ohne Hemmschuh
die Ton für Ton der Starre entkommt
die jedem auf Anhieb bekannt vorkommt
Ich warte bis sie Türen Tore Schleusen öffnet
bis sie wolkenbrechend - Weckruf Fanfare -
überraschend aus dem Hinterhalt sich stürzt
Ich hoffe sie zettelt eine Hymne an
Ich warte bis es nichts mehr zu warten gibt
das Leben ist kein Irrtum, kein Irrtum ist Musik
Ich warte
Ich warte immer noch

Mittwoch, 1. April 2009

Diese Stadt und ich.

Vertragen uns grad wieder, scheint mir. Zu blöd hatte sie sich aber auch benommen! Erst Fahrradklau (Am Rücktritt den Hals brechen!), dann Vermieterterror (Zeter-Brigitte hat zu starke Stimmbänder.) und diese Wohnungssuchkatastrophe (Wie, mehr verdienen Sie nicht?). Und dann auch noch den Job geklaut. Dazu mächtige Schauer körnigen Eises in Streifen direkt durch die undichten Fenster ins angeknackste Gemüt. Mo-na-te-lang. Pfui Teufel! Eben, kehr ich ihr also den Rücken, auf dass sie sich besinne, diese Diva. (Denk ja aber doch an sie: in der Winterlandschaft, an der Ostsee, in der Normandie.)

Die Diva hat sich eingekriegt und schickt seit meiner Rückkehr kleine Versöhnungsangebote. Die nehm ich wahr. Nantes gibt mir meinen Job zurück, strahlt wie nur was und drückt Menschen im rechten Augenblick Stadtpläne in die Hand, die mir daraufhin den Hals retten. Bietet Theater zum Wundern (So tanzt man also mit Eisblöcken!) Arrangiert sogar exquisite Büffets in dem Moment, wo mich Hunger plagt. Schickt einen Sprachdompteur. Und heute! – Heute zeigt sie mir meine zukünftige Wohnung. Glaub ich jedenfalls.

Also, Nantes, dafür dass Du jetzt so strahlst und Dich ehrlich zu bemühen scheinst, verzeih ich Dir diesen grässlichen Winter. Frieden, ne.